Medizinische Universitätsklinik Bochum

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Stammzelltransplantation: Indikationen und Perspektiven

Autologe Ersttransplantationen
Autologe Ersttransplantationen

Das Prinzip der Hochdosischemotherapie mit Stammzelltransplantation besteht darin, dass durch den Einsatz von Blutstammzellen die Dosierung der Chemotherapie wesentlich gesteigert werden kann. Dies ist sinnvoll bei Tumorerkrankungen, von denen man weiß, dass sie in der Regel sehr gut auf eine Chemotherapie ansprechen und man sich von daher von dieser hochdosierten Chemotherapie eine bessere und effektivere Anti-Tumor-Wirkung verspricht. Hierzu zählen die Non-Hodgkin-Lymphome und das Plasmozytom.
Durch die Entnahme von Blutstammzellen wird ein Teil der Blutbildung sozusagen „ausgelagert“.

Diese Blutstammzellen sind so vor der schädigenden Wirkung der Chemotherapie geschützt und werden dem Körper nach Gabe der Hochdosistherapie zurückgegeben. So erst wird eine ansonsten wegen der schweren Schädigung der Blutbildung nicht durchführbarer Chemotherapie in hoher und damit wirksamer Dosierung möglich. Man unterscheidet die autologe (eigenes Knochenmark) von der allogenen (fremdes) Transplantation. Die Gewinnung der für die Transplantation notwendigen Blutstammzellen geschieht heute schonend aus dem peripheren Blut. Mit Hilfe von bestimmten Wachstumsfaktoren, wie z. B. (GCSF), kann eine zusätzliche Mobilisierung der Stammzellen aus dem Knochenmark erreicht werden. Die Konzentration der Blutstammzellen läßt sich so bis auf das tausendfache steigern. Mit Hilfe einer speziellen Technik, der sogenannten Leukapherese, werden die Blutstammzellen aus dem Blut abgeschöpft und anschließend eingefroren.

Die Indikationen für die Hochdosistherapie mit autologer Blutstammzelltransplantation konzentrieren sich heutzutage im wesentlich auf drei Erkrankungen: das Plamozytom, aggressive und indolente Non-Hodgkin Lymphome und den Morbus Hodkin (siehe nachfolgende Abbildung). Die Zu- und Abnahme der Fallzahlen ist in der Grafik dargestellt.

Eine gesicherte Indikation ist das Plasmozytom. Die zweite gesicherte Indikation ist der Rückfall bei einem aggressiven Non-Hodgkin Lymphom. Hier gilt nach dem jetzigen Stand des Wissens, daß Patienten, die einen Rückfall erlitten haben, und erneut auf eine konventionelle Chemotherapie ansprechen, eindeutig bessere Überlebenschancen mit der Hochdosistherapie haben, als mit der alleinigen konventionellen Therapie. Der Anteil der Patienten, die langfristig ohne erneuten Rückfall überleben, steigt von 10-20% auf 30-40%. Gleiches gilt für den Morbus Hodgkin.

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